….so lautete auf jeden Fall der Ausschreibungstext von Erhard Schönberg. Die Tagesfahrt war im Vorfeld von ihm und Elisabeth bestens geplant und zeitlich durchgetaktet. Um 7.45 Uhr sollte man sich an der Gereonstraße versammeln, damit wir um 8 Uhr pünktlich hätten abfahren können. Aber wie es manchmal so ist: der Bus nebst Busfahrer waren nicht da! Mehrere Anrufe bei ihm liefen ins Leere bzw. auf den Anrufbeantworter. Ungewisses Warten folgte bei der sonst gutgelaunten Ausflugs-Gruppe, ca. 50 angemeldete Westerwälder. Erst um 9.45 Uhr traf der Bus mit dem Fahrer Andreas am Treffpunkt ein: er hatte verschlafen!! 

Dann ging es aber problemlos los. Allerdings hatte Erhard über das Bus-Mikrophon zwei schlechte Nachrichten: die Raststätte „Lichtenhof“ sollte nicht mehr angefahren werden, aber noch schlimmer: die einstündige Fahrt auf dem Möhnesee mußte leider aus Zeitmangel entfallen…Alle nahmen es mehr oder weniger mit Humor und so war unser erstes Highlight die Mittagseinkehr im Gasthaus „Schulte“ im Ort Möhnesee-Theiningsen. 


Gut gestärkt mit Schnitzel, Kassler oder Heringsfilet konnten wir um 14 Uhr den nächsten Programmpunkt angehen: eine kurze Fahrt entlang des Möhnesee-Ufers 🙂 Somit hatten wir ihn zumindest einmal aus dem Busfenster gesehen: 


„Das größte Gewässer der Gemeinde Möhnesee ist der zentral gelegene Möhnesee, der in Ost-West-Richtung von der Möhne durchflossen wird. In den Möhnesee mündet ferner die in Ost-West-Richtung durch den Arnsberger Wald fließende Heye als zweites größeres Fließgewässer. Sowohl Möhne als auch Heye nehmen auf ihrem Weg zahlreiche kürzere Wasserläufe des Arnsberger Waldes auf. Der Möhnesee ist eine der ältesten Talsperren Deutschlands. Die 1908-1913 aus Bruchsteinen erbaute Sperrmauer ist ein Baudenkmal und die Hauptattraktion des Möhnesees. Sie hat eine Länge von 650 Metern und misst an ihrer höchsten Stelle 30 Meter. Der Stauinhalt beträgt 134,5 Millionen m³ Wasser, welcher der Trinkwasserversorgung im Ruhrgebiet dient“.

Jeden Tag wird dort stündlich ein Fährverkehr über das Westfälische Meer mit dem Katamaran MS Möhnesee angeboten…OK, dann vielleicht beim nächsten Mal!!

Weiter ging die Busfahrt zur geplanten Besichtigung der Warsteiner Brauerei. In einem idyllischen Waldpark gelegen, ist sie die modernste Braustätte Europas. Sie wurde bewusst von Vater und jüngster Tochter als eine besucherfreundliche Brauerei konzipiert. Inzwischen ist der Inhaber und Seniorchef Albert Cramer verstorben und nun leitet Catharina Cramer seit 2012 die Geschicke des Unternehmens in 9. Generation – als erste Frau.

Im 360 Grad Multimedia-Theater werden wir begrüßt und dann in einer sehr anschaulichen Art und Weise mit der langjährigen Brautradition und der Familiengeschichte vertraut gemacht:

*Das Unternehmen wurde 1753 gegründet durch den Landwirt Antonius Cramer, der die Biersteuer einführt.

*Sohn Antonius Vitus führt den Bierausschank des selbstgebrauten Bieres in seinem Wohnhaus fort

*in 3. Generation übernahm Caspar 1803 die Leitung des Unternehmens

*1898 übernahmen die Brüder Albert und August in 4. Generation, die sich chemische und brautechnische Kenntnisse an der Brauerschule in Worms aneigneten. Sie erwarben auch eine Dampfmaschine und ließen gleichzeitig die Brauerei ins Firmenregister des Amtsgerichts Warstein eintragen

*1927 entdeckte man die Kaiserquelle – das Wasser mit einer geringen Wasserhärte eignete sich bestens als Brauwasser

*das Unternehmen entwickelte sich im 20. Jahrhundert zum Großunternehmen und kam im Ort Warstein an seine Kapazitätsgrenzen

*1976 eröffnete Albert Cramer die Produktionsstätte in den Waldpark am südlichen Stadtrand von Warstein

*Investition in Technik, Vertrieb und Werbung, was dem Unternehmen zu Weltruhm verhalf

*der Familie Cramer ist es gelungen, aus einem regionalen Bier ein Spitzenpilsener von Weltruf zu machen

*Zur Warsteiner Gruppe gehören die Paderborner Brauerei Haus Cramer GmbH & Co. KG (Paderborner, Isenbeck, Weissenburg), die Herforder Brauerei (u.a. Herforder Pils) sowie Beteiligungen an der König Ludwig GmbH & Co. KG Schlossbrauerei Kaltenberg (König Ludwig Dunkel, König Ludwig Weissbier), der Frankenheim Brauerei (Frankenheim Alt, Frankenheim Blue*) sowie weitere Auslandsbeteiligungen

Zutaten für Warsteiner Pilsener:

*weiches Brauwasser

*Hopfen

*Gerstenmalz

*Hefe

*gebraut wird also nach deutschem Reinheitsgebot

*Das Flaggschiff der Brauerei ist das Warsteiner Premium, ein untergäriges Vollbier mit einem Alkoholgehalt von 4,8%, das sich durch seinen mild-hopfigen Geschmack auszeichnet.

Nachdem wir also gut in die Geschichte und die Herstellung des Warsteiner Pilseners eingetaucht waren, ging es per Besucherbahn entlang des hauseigenen Containerterminals zur Brauerei, wo man den kompletten Brauprozess in der Theorie erleben konnte – in der Theorie deshalb, weil es ein SAMSTAG war und an dem Tag wurde nicht gearbeitet.

Es ging durch das SUDHAUS, vorbei an den GÄRTANKS, den MALZ-SILOS ( (30 Silos insgesamt / 260 Tonnen Malz pro Silo / 360 Tonnen = 14 volle LKW-Ladungen), weiter Richtung ABFÜLLSTATION, hinüber zur ETIKETTIERUNG der gründlich gereinigten Flaschen, hin zu den VERPACKUNGS-Paletten und zu den VERLADE-RAMPEN…eine sehr interessante Produktionsstraße.

Der krönende Abschluss der Warsteiner Brauereibesichtigung war dann eine Einladung des Hauses, zwei Stunden lang in deren gemütlichem Biergarten beliebig viele Freigetränke aus dem Warsteiner Portfolio zu verkosten. Wir haben es alle sehr genossen.


So fuhren wir nach einem sehr aufregendem und spannendem Ausflugstag gegen 18 Uhr zurück nach Köln.
Wir danken allen, die zu diesem interessanten Tag beigetragen haben, mit unserem Wandergruß
Hui! Wäller?
Allemol!
***Text und Bilder: Frank Breuer und Anke Pressel